Hauttumore

Ursachen und Behandlung

Äußere Einflüsse, insbesondere eine starke Sonneneinstrahlung, können Schädigungen der Haut zur Folge haben, die zu mehr oder weniger aggressiven Veränderungen der Zellstruktur im Sinne von Hauttumoren (Hautkrebs) führen. Da insbesondere das Gesicht der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, finden sich hier auch besonders viele Entartungen, v.a. Basaliome. Das Ziel der chirurgischen Therapie ist die vollständige Entfernung des Tumors sowie der ästhetisch anspruchsvolle Verschluss des daraus resultierenden Defektes.

Insbesondere im Gesicht stellt der Defektverschluss den Chirurgen vor erhebliche Probleme, da eine mögliche dauerhafte Entstellung des Gesichtes zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität des Patienten führen kann. Es war schon immer ein großes Anliegen von Plastischen Chirurgen, Methoden zu entwickeln, einen Wundverschluss unter Wahrung des ästhetischen Gesamteindrucks gerade im Gesicht zu ermöglichen. Die meisten Methoden basieren darauf, ortsständiges Gewebe so zu verschieben und zu versetzen, dass die Defekte verschlossen werden können und die ästhetische Integrität wiederhergestellt wird. Die genannten Operationen werden als (Haut-) Lappenplastiken bezeichnet. Die Auswahl und Durchführung dieser Operationen erfordert viel Erfahrung vom erbringenden Chirurgen.
 


Basaliom

Basaliome sind die am häufigsten auftretenden Hauttumore, welche besonders häufig an Nase, Stirn, Ohren und Wange auftreten. Sie zeichnen sich durch lokal zerstörendes Wachstum und stetige, jedoch i.d.R. langsame Größenzunahme aus. Das Absetzen von Tochtergeschwülsten (Metastasen) ist sehr selten und kommt in deutlich weniger als 1% der Fälle vor. Basaliome haben kein einheitliches Erscheinungsbild, weshalb die Diagnose gelegentlich schwierig sein kann. Man unterscheidet vor allem solide von sklerodermiformen Basaliomen.

Die soliden Basaliome ragen über das Hautniveau heraus, zeigen meist eine feine Gefäßzeichnung und können eine perlschnurartige, kreisförmige Anordnung um einen zentralen Vernarbungsbereich bilden. Die sklerodermiformen Basaliome sind wesentlich schwerer zu erkennen und zeigen gelegentlich ein recht aggressives Wachstum. Dieser Basaliomtyp wächst unregelmäßig im Hautniveau und ist von blasser Hautfarbe. Meist werden sie anfangs mit Narben verwechselt und deshalb nicht beachtet.

Da dieser Tumortyp initial sehr unauffällig ist, erfolgt die Diagnosestellung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Auch für den Chirurgen ist die vollständige Entfernung dieses Tumors wegen der schwierigen Abgrenzung zur gesunden Haut nicht immer möglich, so dass der Tumor gelegentlich in mehreren Schritten entfernt werden muss. Das entfernte Gewebe wird immer von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Erst wenn dieser die vollständige Tumorentfernung bestätigt, wird die Wunde z.B. durch eine Haut-Verschiebelappenplastik verschlossen. 
 


Melanom

Das Melanom ist der gefährlichste aller Hautkrebse. Es zeichnet sich insbesondere durch eine starke Neigung zur Absetzung von Metastasen (Tochtergeschwüre) aus. Melanome entstehen aus den Pigmentzellen der Haut und sind daher meist von bräunlich-schwarzer Farbe, wobei es selten auch unpigmentierte Typen gibt. Vielfach fallen Melanome zunächst nicht auf, da sie mit harmlosen Pigmentflecken (Leberflecken/ Naevi) verwechselt werden.

Folgende Kriterien stellen Verdachtsmomente (ABCDE-Regel) für eine bösartige Entartung dar und sollten dringend zu einer Untersuchung durch den Arzt führen.

  • A für Asymmetrie: die Flecken sind nicht rund, sondern können eine unregelmäßige, landkartenartige Form haben
  • B für Begrenzung: die Flecken sind nicht scharf von der umgebenden Haut abgegrenzt, sondern zeigen eine eher verschwommene Abgrenzung
  • C für Color: Melanome haben häufig verschiedene Farbschattierungen (z.B. braune, rötliche und schwarze Areale) oder können durch besonders dunkle Pigmentierung (schwarz) auffallen
  • D für Durchmesser: Besonders große Pigmentflecken (> 5mm) oder solche, bei denen eine Größenzunahme zu beobachten ist
  • E für Erhabenheit: Pigmentflecken, die aus dem Niveau der Haut herausragen

Melanome müssen mit einem Sicherheitsabstand zum Gesunden vollständig entfernt werden. Erst wenn die vollständige Entfernung des Tumors vom Pathologen nach Untersuchung des Präparates unter dem Mikroskop bestätigt wurde, wird der Defekt meist durch die lokale Verschiebung von Gewebe (Lappenplastik) verschlossen.

Abhängig von der Defektgröße können diese Lappenplastiken sehr aufwändig sein. Wegen der schnellen Absiedelung von Metastasen muss häufig eine Entfernung der Lymphknoten sowie eine Metastasensuche mittels bildgebender Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) durchgeführt werden.
 


Spinaliom

Spinaliome entstehen ähnlich den Basaliomen in den oberen Hautschichten. Im Gegensatz zu diesen neigen sie jedoch dazu, Tochtergeschwülste (Krebs-Metastasen) abzusetzen. Bevorzugte Lokalisationen der Spinaliome sind die Lippen und Ohren, wobei sie auch an jeder anderen, meist sonnenexponierten Stelle des Körpers, auftreten können. Spinaliome ragen über das Hautniveau heraus, die Oberfläche kann anfangs glatt konturiert sein und später aufbrechen. Die Tumoren können ein blumenkohlartiges Aussehen aufweisen und bilden dann häufig schmierige Beläge und Krusten. Auch neigen sie vermehrt zu Blutungen. Um ein Weiterwachsen des Tumors zu verhindern, muss dieser mit einem Sicherheitsabstand entfernt werden. Anschließend erfolgt i.d.R. der Defektverschluss mit einer lokalen Lappenplastik. Neben der chirurgischen Sanierung des Tumors muss meist auch noch eine erweiterte Diagnostik der Lymphabflusswege z.B. mittels Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) sowie eine Metastasensuche durchgeführt werden. Selten ist eine Entfernung der Lymphknoten erforderlich.