Handgelenksschmerzen

Der Begriff Handgelenksschmerz stellt kein Krankheitsbild dar, sondern es handelt sich dabei um ein unspezifisches Symptom, dem viele auslösende Krankheiten zugrundeliegen können. Die Ursache des Handgelenkschmerzes herauszufinden ist nun Aufgabe der Untersuchung durch den Handchirurgen sowie der evtl. weiteren Diagnostik z.B. durch Röntgenaufnahmen. Wichtige Informationen für den Arzt sind zunächst:

  • Hatten Sie schon einmal einen Unfall an der Hand, z.B. Knochenbruch, Stauchung, Bänderdehnung etc.?
  • Seit wann haben Sie die Beschwerden?
  • Treten die Schmerzen nur unter Belastung (Arbeit, Sport etc.) auf oder auch in Ruhe?
  • Gibt es bestimmte Bewegungen, die die Schmerzen auslösen oder verstärken?
  • Gibt es tageszeitliche Schwankungen?
  • Wo genau ist der Schmerz lokalisiert? Auf der Daumenseite, in der Mitte des Handgelenks oder auf der Kleinfingerseite?
  • Sind Kraft und Bewegungsumfang des Handgelenks eingeschränkt?
  • Haben sie auch am anderen Handgelenk Beschwerden?
  • Haben Sie an anderen Gelenken des Körpers Beschwerden?
  • Sind Sie früher schon einmal wegen Handgelenksschmerzen behandelt worden und wenn ja, wie?


Der Arzt versucht im Rahmen der körperlichen Untersuchung, den Schmerz am Handgelenk genau zu lokalisieren und damit die möglichen Ursachen einzugrenzen. Weiterhin stehen diverse Provokationstests (z.B. Watson-Test, Finkelsteintest etc.) zur Verfügung, die zusätzliche Hinweise auf die Krankheitsursache geben. Lässt sich mit der körperlichen Untersuchung alleine die Diagnose noch nicht stellen, stehen eine Reihe von zusätzlichen diagnostischen Verfahren zur Verfügung. Hierzu zählen:

  • Röntgenaufnahmen inklusive so genannter Spezialaufnahmen
  • Dynamische Röntgenuntersuchungen (Bewegung des Handgelenkes unter Durchleuchtung)
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Computertomographie (CT)
  • Sonographie
     

Arthroskopie

Sollte auch mit den genannten bildgebenden Verfahren die Diagnose unklar bleiben, kann eine Spiegelung (Arthroskopie) des Handgelenkes erforderlich sein. Bei dieser können die Gelenkflächen, die inneren Bänder der Handwurzel, die Gelenkkapsel sowie der Discus (TFCC) mit einer speziellen Optik direkt betrachtet werden. Auch ist es bei der Arthroskopie möglich, gewisse Operationen ohne vollständige Eröffnung des Handgelenks durchzuführen. 
 


Erkrankungen, die Handgelenksschmerzen auslösen können

Auf der Daumenseite lokalisierte Handgelenksschmerzen

  • Sattelgelenksarthrose/ STT-Arthrose
  • Tendovaginitis stenosans de Quervain
  • Wartenberg-Syndrom
  • Intersectionsyndrom
  • Radiopalmares Ganglion am Handgelenk
  • Kahnbeinfraktur/ Kahnbeinpseudarthrose


In der Handgelenksmitte lokalisierte Handgelenksschmerzen

  • Dorsales Ganglion am Handgelenk
  • Intraossäres Ganglion der Handwurzelknochen
  • SL-Band-Verletzung
  • Mondbeinnekrose
  • Hamatumspitzensyndrom


V.a. auf der Kleinfingerseite lokalisierte Handgelenksschmerzen

  • Verletzung des Discus ulnocarpalis
  • Ulna-Impaction-Syndrom
  • LT-Band-Verletzung
  • Luxation der ECU-Sehne
  • DRUG-Arthrose: Gelenkverschleiß am Drehgelenk zwischen Elle und Speiche


Diffuse Handgelenksschmerzen

  • Sehnenscheidenentzündung
  • Entzündliche Veränderungen der Gelenkinnenhaut
  • Handgelenksarthrose (z.B. wegen Kahnbeinpseudarthrose, SL-Band-Zerreißung, Mondbeinnekrose, Stoffwechselerkrankungen, Rheuma, Speichenbrüchen etc.)


Die Liste ließe sich noch um viele Krankheitsbilder erweitern. Bei den angegebenen Lokalisationen ist zu beachten, dass es den Patienten nicht immer möglich ist, den Schmerz genau zu lokalisieren und somit die Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden Krankheitsbilder unzuverlässig sein können.