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Mehr Lebensqualität: Wiedereröffnung chronischer Verschlüsse der Herzkranzgefäße (CTO)

Druck- und Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden und eingeschränkte körperliche Belastbarkeit können Hinweise auf seit längerer Zeit verschlossene Herzkranzgefäße sein. Dr. Stylianos Pyxaras erklärt, wie chronische Koronarverschlüsse entstehen, wie sie diagnostiziert und behandelt werden können und warum sich die Lebensqualität nach der Therapie nachhaltig verbessert.

Bei fast 20 Prozent der Patienten, bei denen eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt wird, werden chronische Verschlüsse der Herzkranzgefäße entdeckt. Als sogenannte chronische Koronarverschlüsse werden Stenosen bezeichnet, die mindestens seit drei Monaten bestehen – die Beurteilung erfolgt anhand von Veränderungen im EKG und angiographischen Vorbefunden.
Um diese Verschlüsse zu öffnen, stehen in der Medizin zwei Verfahren zur Auswahl: die Implantation eines Bypasses im Rahmen einer offenen Operation oder die Wiedereröffnung mittels Katheter, die sogenannte Rekanalisation. Die Wiedereröffnung mittels Katheter zählt zu den anspruchsvollsten Prozeduren im Herzkatheterlabor und wird am Krankenhaus Landshut-Achdorf durchgeführt.

Wie entstehen die Verschlüsse?

Rund eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer Verengung der Herzkranzgefäße. Grund für diese Verengung ist oftmals eine Stoffwechselerkrankung, die zu Einlagerungen in den Gefäßen führt – die sogenannte Arteriosklerose. Auch Rauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes Mellitus und Vorerkrankungen in der Familiengeschichte begünstigen die Ablagerungen.
Wenn die Arteriosklerose im Verlauf der Zeit zunimmt und langsam Verschlüsse entstehen, bilden die Herzkranzgefäße Umgehungskreisläufe, sogenannte Kollateralen. Die Umgehungskreisläufe versorgen den betroffenen Bereich des Herzens weiterhin mit Sauerstoff, sind aber nicht so leistungsfähig wie der ursprüngliche Versorgungsweg.

Welche Anzeichen verspüren Betroffene?

Aufgrund der verminderten Leistungsfähigkeit der Kollateralen verspüren Patienten mit chronischen Koronarverschlüssen bei Belastung oftmals ein Druck- und Engegefühl in der Brust und leiden unter Atembeschwerden. Viele Patienten gewöhnen sich mit der Zeit an ihre eingeschränkte Belastbarkeit und nehmen den starken Verlust an Lebensqualität nicht mehr war.

Wie wird die Ursache der Beschwerden gefunden?

Um bei Patienten mit dieser Symptomatik die Ursache für die Beschwerden zu finden, können ein Ultraschall des Herzens oder eine Herz-Kernspintomographie helfen. Falls diese ohne Ergebnis sind, kommt eine Untersuchung im Herzkatheterlabor in Frage.

Was passiert im Herzkatheterlabor?

Eingriffe im Herzkatheterlabor bei Verdacht auf chronische Koronarverschlüsse erfordern eine gute Planung, da sie mit einem Zeitfenster von drei bis vier Stunden deutlich länger dauern als andere Interventionen. Da der Gefäßabschnitt vor und der Gefäßabschnitt nach dem Verschluss über seine Umgehungskreisläufe dargestellt werden muss, ist ein doppelter arterieller Zugang zum Gefäßsystem notwendig. Dieser erfolgt beispielsweise, indem das Handgelenk oder die Leiste punktiert und die Katheter dann in die Herzkranzgefäße geführt werden. Das dort injizierte Kontrastmittel ermöglicht es, die Länge des Verschlusses sowie den Gefäßverlauf darzustellen.

Um das Gefäß zu öffnen, versucht der Kardiologe, den Verschluss in Richtung des normalen Blutflusses mit Drähten unterschiedlicher Härte und Beschichtung zu passieren. Anschließend weitet er stufenweise den verschlossenen Abschnitt mit Ballons und implantiert beschichtete Stens. Wenn es nicht gelingt, den Verschluss in Richtung des Blutflusses zu passieren, dann wird der Verschluss aus Richtung des Umgehungskreislaufes behandelt – unter der Bedingung, dass ein geeigneter Umgehungskreislauf vorhanden ist.

Wie hoch sind die Chancen einer erfolgreichen Behandlung?

Der Behandlungserfolg der Rekanalisation chronisch verschlossener Herzkranzgefäße beruht darauf, dass die Umgehungskreisläufe des menschlichen Herzens nicht so effektiv arbeiten wie die dafür vorgesehenen Herzkranzgefäße. Wird die Blutversorgung auf den ursprünglichen Wegen wieder hergestellt, verspürt der Patient bei körperlicher Aktivität keinen Brustschmerz und die Belastbarkeit steigt deutlich.
Der große Vorteil der Rekanalisation ist, dass keine offene Operation für die Wiedereröffnung notwendig ist. Die Erfolgschancen für einen erfolgreichen Eingriff liegen bei über 85 Prozent.

Viele Patienten erzählen uns nach dem Eingriff, dass sie sich schon lange nicht mehr so fit gefühlt haben und ihre Lebensqualität deutlich gestiegen ist.
Dr. Stylianos Pyxaras