Lebenswandel ohne Einschnitt
Bundesweite Premiere am Krankenhaus Landshut-Achdorf: Adipositaszentrum führt Gastric Mucosal Ablation (GMA) durch
Das Adipositaszentrum am Krankenhaus Landshut-Achdorf von Chirurgischer Klinik I und Medizinischer Klinik II ebnet vielen Menschen den Weg in ein gesünderes Leben. Der ganzheitliche Ansatz des Zentrums umfasst neben Ernährungsberatung, Bewegungstherapie, psychologischer Begleitung und Unterstützung durch Selbsthilfegruppen auch operative Eingriffe und modernste endoskopische Verfahren – mit dem Ziel einer nachhaltigen Gewichtsreduktion. Operative Eingriffe wie Magenverkleinerungen oder Umgehungs-Operationen erzielen dabei nach wie vor die besten Langzeiterfolge. Dennoch entscheiden sich viele Patienten bewusst für weniger invasive endoskopische Eingriffe, die in der Regel reversibel sind. Am häufigsten kommt der endoskopisch eingesetze Magenballon zum Einsatz. Grundsätzlich gewinnen jene Verfahren als ergänzende Therapieoption für eine wachsende Anzahl adipöser Menschen an Bedeutung.
In den vergangenen Jahren wurde daher die Forschung an neuen endoskopischen bariatrischen Techniken intensiviert. Ein Ergebnis dieser Entwicklungen, die Gastric Mucosal Ablation (GMA) konnte Prof. Dr. Bruno Neu, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Krankenhaus Landshut-Achdorf, nun nach Landshut bringen und wendete das innovative Verfahren erstmals in Deutschland erfolgreich klinisch an. Zum Einsatz kam dabei ebenfalls bundesweit erstmalig das eigens für dieses Verfahren entwickelte Hybridinstrument MOVIVA. Die Methode kann sowohl ergänzend als auch alternativ zu operativen Methoden eingesetzt werden. Bei der GMA wird gezielt die Magenschleimhaut im Bereich des Magendachs (Fundus) verödet. In dieser Region wird das Hormon Ghrelin gebildet, das im Gehirn das Hungergefühl auslöst. Durch die Verödung der Schleimhaut wird die Ghrelin-Produktion deutlich reduziert – das Hungergefühl nimmt spürbar ab. Im ersten Schritt wird die Schleimhaut nadelfrei durch Unterspritzen mit Kochsalzlösung angehoben, anschließend erfolgt die gezielte Verschorfung durch Argon Plasma-Koagulation.
Für die Betroffenen bedeutet dieses neuartige, minimal-invasive Verfahren eine deutlich geringere Belastung sowie ein minimiertes Risiko. Prof. Dr. Bruno Neu nimmt mit der Anwendung der GMA eine Vorreiterrolle in der endoskopischen Adipositasbehandlung ein. Zuvor hatte das Unternehmen Erbe Elektromedizin, Entwickler des MOVIVA Instruments, zwanzig ausgewählte europäische Zentren zu Schulungszwecken nach Tübingen eingeladen. „Die Gastric Mucosal Ablation stellt eine wertvolle Ergänzung für das bestehende Leistungsangebot dar“, betont Prof. Dr. Neu stellvertretend für das Team des Adipositaszentrums des Krankenhauses Landshut-Achdorf. Mit der Einführung dieser innovativen Methode kann das Adipositaszentrum künftig noch mehr Menschen auf ihrem Weg in ein leichteres und gesünderes Leben begleiten.
Informationen zum Adipositaszentrum:
Am Adipositaszentrum arbeiten Spezialisten aus den Bereichen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Ernährungsmedizin und Psychologie: Gemeinsam versuchen sie in multimodalen Ansätzen die Ess- und Bewegungsgewohnheiten der Patienten zu beeinflussen. Denn nur, wenn Adipositaspatienten bereit sind, ihren Lebensstil nachhaltig zu ändern, ist ein operativer Eingriff zur dauerhaften Gewichtsreduktion sinnvoll. Für Patienten, die an krankhaftem Übergewicht leiden und sich in ärztliche Behandlung begeben wollen, bietet das Krankenhaus Landshut-Achdorf eine Adipositassprechstunde an. Hierzu ist eine entsprechende Überweisung, ein ausgefüllter Fragebogen und ein über zwei Wochen geführtes Ernährungstagebuch mitzubringen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Fachkoordinatorin Renate Brettmann-Zankl unter Tel.: 0871/404-2198, beziehungsweise E-Mail: renate.zankl@lakumed.de oder E-Mail: adipositaszentrum@lakumed.de oder im Internet unter www.lakumed.de/fachgebiete/krankenhaus-landshut-achdorf/interdisziplinaere-zentren/adipositaszentrum/.

Frank Strunz, Sales Manager Erbe Elektromedizin GmbH, Erika Heinrichs, Endoskopie Pflege, Carina Schmidt, Leitung Endoskopie Pflege am Krankenhaus Landshut-Achdorf, Prof. Dr. Bruno Neu, Chefarzt der Medizinischen Klinik II, Katharina Bader-Schütz, Marketing Managerin Erbe Elektromedizin GmbH, Philipp Bieramperl, Oberarzt der Medizinischen Klinik II, Mirko Schanz, Marketing Manager Erbe Elektromedizin GmbH, und Dr. Hartmut Hahn, Clinical Study Manager Erbe Elektromedizin GmbH (v.l.n.r.).

Die Gastric Mucosal Ablation (GMA) mit MOVIVA fand ohne einen einzigen Schnitt rein endoskopisch statt.

Mittels Ablation der Mukosa des Magendachs wird die Ausschüttung des Hunger hervorrufenden Hormons Ghrelin deutlich verringert.