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Kälte gegen unregelmäßigen Herzschlag

Krankenhaus Landshut-Achdorf führt neues Verfahren der Katheterablation ein

KrankenhausLandshut-Achdorf

Jeder zehnte Mensch über 70 Jahren leidet an Vorhofflimmern, also einem chronisch unregelmäßigen Herzschlag. In dieser Woche wurde am Krankenhaus Landshut-Achdorf erstmals in der Region ein neues Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern erfolgreich durchgeführt: Die Kryoablation. Dabei wird bei der Herzkatheteruntersuchung gasförmiges Kühlmittel in einen Ballon eingeleitet, der sich an der Spitze des Katheters befindet. Mit dem kalten Ballon werden gezielt bestimmte Bereiche des Gewebes berührt, sodass die Kälte von bis zu minus 80 Grad Celsius diese Stelle verödet und damit der unregelmäßige Herzschlag unterbunden wird. Der Patient selbst spürt die Kälte nicht. „Dieses moderne Verfahren ist besonders für jüngere Patienten geeignet. Der große Vorteil liegt darin, dass im Vergleich zum bisherigen Verfahren die Tiefe der Gewebeverletzung geringer und die Behandlungsdauer wesentlich kürzer sind, und damit die Prozedur schonender für den Patienten ist“, sagt Prof. Dr. Julinda Mehilli, Chefärztin der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf.

Die Kryoablation wurde als eines von mehreren neuen vielversprechenden Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern erstmals in der Studie „Fire and Ice“ im Jahr 2018 publiziert und erhält nun nach und nach Einzug in die Krankenhäuser. „Es freut mich, dass es unserem elektrophysiologischen Team unter der Leitung von Oberarzt Stefan Borov gelungen ist, diese hochmoderne Methode für die Patienten in der Region Landshut anbieten zu können“, so Prof. Dr. Mehilli.

Bereits vor zwölf Jahren hat der damalige Chefarzt Prof. Dr. Bernhard Zrenner die Radiofrequenz-Ablation zur Behandlung von Vorhofflimmern am Krankenhaus Landshut-Achdorf erfolgreich etabliert. Dieses bewährte Verfahren funktioniert ähnlich wie die Kryoablation, allerdings kommt statt der Kälte hier Hitze zum Einsatz.

Die Behandlung von Vorhofflimmern ist deshalb so wichtig, da unregelmäßiger Herzschlag über längere Zeit den Herzmuskel schwächt, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität des Betroffenen beeinträchtigt und zu einer erhöhten Sterblichkeit führt. „Bei Vorhofflimmern gibt es wenige Möglichkeiten zur medikamentösen Therapie und häufig wirkt diese nicht ausreichend“, so Prof. Dr. Mehilli. Die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie empfehlen daher bei Herzschwäche eine Katheterablation des Vorhofflimmerns. Am Krankenhaus Landshut-Achdorf stehen nun zwei verschiedene moderne Möglichkeiten zur Katheterablation bei Vorhofflimmern zur Verfügung.

 

In dieser Woche wurde im Herzkatheterlabor am Krankenhaus Landshut-Achdorf erstmals eine Kryoablation zur Behandlung von Vorhofflimmern durchgeführt.

Vor der Katheterspitze befindet sich der Ballon, der das ausgewählte Gewebe durch seine Kälte verödet.