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Hohe Nachfrage nach Fachinformationen

Zweites Webinar in der Themenreihe "Herzschwäche" am Krankenhaus Landshut-Achdorf

KrankenhausLandshut-Achdorf

Rund 75 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte haben am zweiten Onlinesymposium der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin am Krankenhaus Landshut-Achdorf am Mittwochabend teilgenommen. In Fortsetzung der Webinar-Reihe mit dem großen Themenkomplex Herzschwäche stand die Veranstaltung diesmal unter dem Motto „Schräge Rhythmen und Dünnes Blut“. 

„Vorhofflimmern ist als Herzrhythmusstörung sowohl häufiger Begleiter als auch Verursacher der Herzinsuffizienz“ sagte Prof. Dr. Julinda Mehilli, Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin nach Begrüßung der Zuhörer an den Bildschirmen. „Ein Viertel der Patienten mit Herzschwäche haben Vorhoflimmern und wiederum 10% dieser Patienten benötigen einen Herzkathetereingriff. Das erfordert dann die gleichzeitige Einnahme mehrerer blutverdünnender Medikamente.“ Mit diesen Worten  leitete sie über zum Einstiegsthema Triple- oder duale antithrombotische Therapiestrategien. Oberarzt Dr. Maximilian Winhard stellte anhand eines konkreten und realen Falls den Behandlungsverlauf im Krankenhaus vor, wenn sich ein Patient mit Vorhofflimmern notfallmäßig mit einem Herzinfarkt vorstellt. Die Therapie dieser komplexen Erkrankung erfolgt in den LAKUMED Kliniken auf Basis der neuesten Forschungsergebnisse und Leitlinienempfehlungen: Nach Akuttherapie mit katheterinterventioneller Revaskularisation wird die Dauer der blutverdünnenden Kombinationstherapie möglichst kurz und in Abhängigkeit vom Schweregrad der Herzkranzgefäßveränderungen angepasst. 

Können wir das Vorhofflimmern behandeln? Oberarzt Stefan Borov, Leiter der Elektrophysiologie, beantwortete diese Frage mit einer Fallvorstellung. Insbesondere bei Patienten mit Herzschwäche führt die kathetergestützte Behandlung des Vorhoflimmerns nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch zu einer Lebensverlängerung. Es stehen zwei verschiedene Methoden der Behandlung zu Verfügung – Radiofrequenzablation (Verödung mit Hitze) und Kryoablation (Verödung mit Kälte). Beide Methoden werden vom Elektrophysiologen-Team am Krankenhaus Landshut-Achdorf je nach Konstellation regelmäßig angewandt. „Dies ist jedoch nur ein Teil der Therapie bei Vorhofflimmern. Früherkennung, Behandlung von Risikofaktoren und Änderung des Lebenstils sind ebenso entscheidend für den Therapieerfolg“, sagte Oberarzt Dott. Herribert Pavaci in seinem Vortrag. 

Bei einigen Patienten kann eine Blutverdünnung zu schweren Blutungen führen, insbesondere bei vorbestehenden Leber- oder Darmerkrankungen. Nicht selten erzwingen Blutungskomplikationen ein Absetzen der gerinnungshemmenden Medikation. In der Situation dieses therapeutischen Dilemmas stehen kathetergestütze Verfahren wie die Vorhofohrverschlusssysteme zur Verfügung, um den Patienten dennoch eine Therapie zur Schlaganfallprophylaxe anbieten zu können. Die invasiven Herzechospezialisten Oberarzt Dr. Florian Zauner und Facharzt Dr. Alexander Jarosch referierten im Anschluss über die Datenlage und Empfehlungen zu diesen Therapieverfahren und präsentierten Fälle aus der Klinik. Die Implantation von Vorhofverschlusssystemen sei sicher und stelle eine sehr gute Alternativtherapie für Patienten mit Vorhofflimmern dar, die keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen können oder wollen, so die Experten. 

Die Fortbildungsveranstaltung der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf war bereits das zweite Webinar zum Thema Herzschwäche. Sehr zufrieden sind die Referenten um Chefärztin Prof. Dr. Julinda Mehilli mit der Resonanz der Fachkolleginnen und –kollegen und vor allem mit den intensiven Diskussionen, die während der Veranstaltung geführt wurden.