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Bei Krebs eine zweite Meinung einholen

Krankenhaus Landshut-Achdorf nimmt an Pilotphase der Deutschen Krebsgesellschaft teil

KrankenhausLandshut-Achdorf

Seit April nimmt das zertifizierte Darmkrebszentrum des Krankenhauses Landshut-Achdorf unter der Leitung von Ärztlichem Direktor und Chefarzt Prof. Dr. Johannes Schmidt an der Pilotphase „Zweitmeinungsverfahren in zertifizierten Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft“ teil. Ziel der Initiative ist die Schaffung eines strukturierten und qualitativ hochwertigen Angebots für Krebspatienten zum Einholen einer zweiten Meinung.

„Steht ein Patient vor einem komplexen medizinischen Eingriff oder erhält er eine schwerwiegende Diagnose, hat er das Recht, sich eine unabhängige zweite ärztliche Meinung einzuholen“, sagt Prof. Dr. Johannes Schmidt, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des zertifizierten Darmzentrums am Krankenhaus Landshut-Achdorf. Das entsprechende Sozialgesetz hat der Bundestag im September 2016 auf den Weg gebracht: Der behandelnde Arzt ist verpflichtet, den Patienten über das Recht auf eine zweite Meinung aufzuklären und ihn dabei zu unterstützen.

In Deutschland gibt es von unabhängigen Gesellschaften zertifizierte Zentren, in denen qualifizierte Fachärzte verschiedener Fachbereiche bei schwerwiegenden Erkrankungen gemeinsam die für den individuellen Patienten beste Therapie festlegen. Krebspatienten, die nicht in solchen Strukturen behandelt werden, haben das Recht, sich eine qualifizierte Zweitmeinung einzuholen – so wird sichergestellt, dass auch diese Betroffenen die Möglichkeit auf eine qualifizierte Meinung durch mehrere Fachärzte haben. „Der Wunsch nach einer Zweitmeinung generiert sich aus dem Misstrauen des Patienten gegenüber dem Arzt und aus Angst vor dem, was auf einen zukommen wird“, erklärt Prof. Dr. Johannes Schmidt. Um sich abzusichern, wünschen sich etwa ein Drittel aller Krebspatienten eine zweite Meinung bezüglich der Therapie.

Daher bietet die Deutsche Krebsgesellschaft im Rahmen des „Zweitmeinungsverfahrens“ Betroffenen die Möglichkeit, sich über das Zweitmeinungsportal www.krebszweitmeinung.de oder telefonisch zu melden und eine zweite ärztliche Meinung bei einer Krebserkrankung einzuholen. Anhand von Patienteninformationen, medizinischen Daten und radiologischen Befunden erstellt das Portal eine elektronische Patientenakte, die zum Einholen der zweiten Meinung an ein zertifiziertes Zentrum gesandt wird – auf  Wunsch kann sich der Patient zusätzlich in dem Zentrum persönlich vorstellen.

Das Darmkrebszentrum unter der Leitung von Prof. Dr. Schmidt ist als zertifiziertes Zentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft zur Erstellung von Zweitmeinungen für Patienten offiziell zugelassen worden und nimmt seit April an dem ersten deutschlandweiten Pilotprojekt teil. Betroffene können sich unter www.krebszweitmeinung.de für das Einholen einer zweiten Meinung anmelden.