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Bayerischer Krebspatienten-Preis 2019 geht nach Achdorf

Onkologisches und Palliativmedizinisches Netzwerk von Praxis Dr. Vehling-Kaiser und LAKUMED Kliniken ausgezeichnet

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Am vergangenen Freitag verlieh die Bayerische Krebsgesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern und dem VdK Bayern den Bayerischen Krebspatienten-Preis 2019. Ausgezeichnet wurden Konzepte, die für Krebspatienten eine vorbildhafte Versorgungsstruktur an der Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Sektor bieten. Der erste Platz ging an das Onkologische und Palliativmedizinische Netzwerk Landshut, das von der Praxis Dr. Vehling-Kaiser und den LAKUMED Kliniken betrieben wird.

„Krebspatienten brauchen gerade nach der Entlassung aus der Klinik eine nachhaltige psychosoziale Unterstützung, um mit den sozialen und seelischen Folgen der Erkrankung besser umgehen zu können“, sagte Prof. Dr. Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. bei der Verleihung des Preises. Auch wenn sich die medizinische und psychoonkologische Versorgung in den letzten Jahren deutlich verbessert habe, gebe es an der Schnittstelle zwischen dem stationären und dem ambulanten Bereich Bedarf zur Optimierung. Da die Schnittstelle eine entscheidende Rolle für eine umfassende Versorgung von Krebspatienten spielt und genau an dieser Stelle oftmals Informationslücken auftreten, zeichnete die Bayerische Krebsgesellschaft jene Versorgungsstrukturen aus, die einen reibungslosen Übergang zwischen den Bereichen ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag für eine nahtlose kompetente Versorgung von Tumorpatienten leisten.

Der erste Platz des diesjährigen Krebspatienten-Preises ging an das Onkologische und Palliativmedizinische Netzwerk Landshut, das im Jahr 2005 gegründet wurde und im Radius von rund 70 Kilometern um Landshut aktiv ist. „Ziel des Netzwerks ist eine ganzheitliche heimatnahe medizinische und pflegerische Versorgung von Krebspatienten in allen Krankheitsstadien auf höchstem Niveau“, erklärte Dr. Ursula Vehling-Kaiser von der Hämatologisch Onkologischen Praxis mit Tagesklinik in Landshut. „Das Netzwerk orientiert sich an den Bedürfnissen der schwerkranken Patienten und deren Angehörigen, um diesen bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen.“

Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse Bayern, erklärte in seiner Laudatio, dass dem Netzwerk stationäre Einrichtungen wie die Palliativstation am Krankenhaus Landshut-Achdorf und ambulante Institutionen wie die Onkologische Praxis mit Tagesklinik und Palliativmedizin an den Standorten Landshut, Vilsbiburg, Rottenburg, Dingolfing und Mainburg angehören. Auch Ärzte, Pflegedienste, Therapeuten, Seelsorger, die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV), der Mobile Onkologische Dienst (MOD), die Brückenpflege sowie Hospizvereine und Selbsthilfegruppen seien in das Netzwerk integriert. „Die Besonderheit des Netzwerks ist es, dass die Behandlung der Patienten in beiden Bereichen durch dieselben Ärzte erfolgt“, so Dr. Vehling-Kaiser. „Dadurch werden Informationsverluste, Doppeluntersuchungen und unnötige Medikamentenumstellungen vermieden.“

Im Beisein von Prof. Dr. Günter Schlimok, Ruth Nowak, Amtschefin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege und weiteren Ehrengästen nahmen Dr. Vehling-Kaiser und Dr. Marlis Flieser-Hartl, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der LAKUEMD Kliniken, den Preis entgegen. „Wir freuen uns sehr über die wiederholte Auszeichnung unseres Onkologischen und Palliativmedizinischen Netzwerks“, sagte Dr. Flieser-Hartl. „Die Zertifizierung zeigt, dass wir gemeinsam mit der Praxis Dr. Vehling-Kaiser ein umfassendes Versorgungskonzept für Krebspatienten mit vielen Unterstützungsmöglichkeiten ganz nach den Bedürfnissen der Patienten bieten.“

Die Behandlung und der Informationsaustausch im Netzwerk werden zentral durch die Tagesklinik organisiert. „Eine Aufnahme von Patienten in das Netzwerk ist jederzeit möglich“, so Dr. Vehling-Kaiser. Patienten, Angehörigen und allen Mitgliedern des Netzwerks stehe eine ganztägig erreichbare Telefonhotline zur Verfügung, über die eine ambulante oder stationäre Behandlung veranlasst werden kann. Zudem setzt sich das Netzwerk für die Kinder krebskranker Eltern ein und bietet mit Unterstützung des Onkologie-Hilfe-Vereins die Möglichkeit, an Ausflügen oder Veranstaltungen teilzunehmen. 

Der zweite Platz des Bayerischen Krebspatienten-Preises ging an das Konzept „Implementierung einer ambulanten psychosozialen onkologischen Plattform zwischen Klinik und Praxis“ des Onkologischen Zentrums Traunstein, der Kliniken Südostbayern AG und den Verein Gemeinsam gegen Krebs e.V.. Über den dritten Platz freute sich das Klinikum St. Marien in Amberg, das ein Konzept zur integrativen Onkologie einreichte.

Der erste Platz des Bayerischen Krebspatienten-Preises ist mit 3.000 Euro dotiert. „Das Preisgeld wird direkt den Patienten unseres Netzwerks zugute kommen“, sagte Dr. Flieser-Hartl. Im Frühling soll den Patienten ein Ausflug ermöglicht werden.

Das Onkologische und Palliativmedizinische Netzwerk Landshut wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem als Designated Center of Integrated Oncology and Palliative Care (ESMO), Onkologisches Zentrum (DGHO) sowie Brustzentrum und Darmzentrum (DKG). 2011 erhielt das Netzwerk den Bayerischen Gesundheitspreis in der Kategorie „Kooperation schafft Innovation“.

 

Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse Bayern (1.v.l.) und Prof. Dr. Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. (1.v.r.) überreichten den ersten Preis an Dr. Ursula Vehling-Kaiser (2.v.r.) und Dr. Marlis Flieser-Hartl (2.v.l.).

Die Gewinner des Bayerischen Krebspatienten-Preises 2019 (von links nach rechts): Krankenhaus St. Marien in Amberg (3. Preis), Praxis Dr. Vehling-Kaiser und LAKUMED Kliniken (1. Preis) und das Netzwerk „Gemeinsam gegen Krebs“ (2. Preis).