Neurogastroenterologische Untersuchungsverfahren

24h ph-Metrie:

Messung des PH Wertes in der Speiseröhre mit Hilfe einer 2mm dünnen Sonde. Dadurch lässt sich ein Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre nachweisen (Diagnose Refluxkrankheit) sowie der Zusammenhang mit der Auslösung von Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstoßen, Brustkorbschmerzen oder Hustenattacken belegen. Die dünne Sonde wird dabei über die Nase ausgeleitet und mit einem Aufzeichnungsgerät verbunden. Während der Untersuchung kann man alle Tätigkeiten des normalen Lebens z.B. Essen und Trinken durchführen.


24h pH und Impedanzmessung:

Hierbei wird über einen zweiten dünnen Messkatheter der Nachweis von Rückfluss von nicht sauerem Mageninhalt ermöglicht. Dies ist insbesondere wichtig zum Refluxnachweis bei persistierenden Beschwerden trotz Einnahme von säureblockierenden Medikamenten.


Ösophagusmanometrie:

Druckmessung in der Speiseröhre zur Beurteilung des Schluckaktes. Mittels einer 4 bis 5mm dicken über die Nase eingeführten Sonde und Gabe von Wasser und gegebenenfalls Joghurt können Schluckstörungen und die zu Grunde liegenden Ursachen aufgedeckt werden.


Magenentleerungsszintigraphie:

Nach Gabe eines radioaktiv (minimale Dosis für Patient und Umgebung gefahrlos) markierten Haferschleimes wird mit Hilfe einer Spezialkamera die Magenentleerung verfolgt. Dadurch können Magenentleerungsstörungen nachgewiesen werden.


Wasserstoffatemtest mit Glucose (Traubenzucker), Lactose (Milchzucker), Fructose (Fruchtzucker) oder Sorbit:

Nach Gabe entsprechender Zuckerlösungen wird in der Ausatemluft die Konzentration an Wasserstoff als Abbauprodukt von Zucker-Stoffen bestimmt. Dadurch ist der Nachweis einer Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit), Fructosemalabsorption (Fruchtzuckerunterverwertung), Sorbitunverträglichkeit sowie eines bakteriellen Dünndarmüberwuchses möglich.


Trinktest nach Tack:

Ermittlung der maximalen Trinkmenge einer flüssigen Nahrung. Dadurch können Störungen der Dehnbarkeit des Magens als Ursache von Oberbauchschmerzen, Völlegefühl und Übelkeit festgestellt werden.


Dünndarmmanometrie:

Hier wird mittels eines im Rahmen einer Magenspiegelung eingebrachten Katheters die Beweglichkeit der Muskulatur der Darmwand vor und nach Einnahme einer Mahlzeit gemessen werden. Dadurch können Transportstörungen als Ursache von Bauchschmerzen und / oder Durchfall nachgewiesen werden. 


Röntgentransitzeitmessung (Hinton-Test):

Nach Gabe von speziellen Markern wird radiologisch (eine Röntgenaufnahme des Bauchraumes nach 4 und 7 Tagen) beurteilt. Dadurch kann die Transportdauer im Dickdarm errechnet werden.


Defäkographie:

Hierbei handelt es sich um eine Kontrastmitteldarstellung der Stuhlentleerung zum Nachweis von Entleerungsstörungen durch Erkrankungen im Enddarmbereich.


Rektummanometrie:

Druckmessung im Enddarmbereich zur Bestimmung der Kraft des Schließmuskels und der Dehnungsschwellen im Enddarm. Hierzu wird ein 4 bis 5mm dicker Katheter über den Schließmuskel eingeführt und die Schließmuskelkraft in Ruhe und bei maximaler Anspannung des Schließmuskels bestimmt. Zudem wird durch Aufblasen eines kleinen Ballons im Enddarm die Empfindungs- und Stuhldrangschwelle ermittelt.