Kardiale Kernspintomographie

Rund 100.000 mal schlägt unser Herz an einem Tag. Es pumpt durchschnittlich mehr als 5 Liter pro Minute, bis zu 8.000 Liter pro Tag. Das Herz ist der Motor unseres Lebens. Bei Herzproblemen ist daher eine schnelle Diagnose und Behandlung lebensnotwendig.

Die Kernspintomographie (Magnet-Resonanz-Tomographie), ist ein modernes Schnittbildverfahren, bei dem präzise Bilder durch den Einsatz von Magnetfeldern und Radiowellen erzeugt werden. Man macht sich hierbei zunutze, dass die in allen Köpergeweben vorhandenen Wasserstoffatome, aufgrund ihrer unterschiedlichen Drehung um die eigene Achse (Kernspin), ein magnetisches Moment entwickeln.

Während der Untersuchung wird der Patient in ein starkes, homogenes Magnetfeld eingebracht. Dieses Magnetfeld bewirkt eine gemeinsame Ausrichtung der Wasserstoffatome im Körper entlang der Längsachse des Magnetfeldes. Sendet man nun ein kurzes Radiosignal, so geraten die Wasserstoffatome, bei entsprechender Frequenz, in Resonanz. Hierbei entsteht eine minimale Energie. Diese Energie unterscheidet sich bei den verschiedenen Gewebearten im Körper (z.B. bei Knochen, Knorpel und Muskel). Sie wird von hochempfindlichen Empfangssystemen gemessen und anschließend von Computern in sehr exakte Bildinformation umgewandelt. Als Resultat entstehen Schichtaufnahmen (Tomographien), welche dann in Auswertestationen analysiert werden. Nach der Untersuchung nehmen die Wasserstoffatome ihre Ursprungsformation wieder ein.

Bei der Kernspintomographie werden keine Röntgenstrahlen angewendet.


  • MRT des Herzens

    Mittels MRT lässt sich die Struktur, die Funktion und die Durchblutung des Herzens sowie die Funktion der Herzklappen darstellen. Man kann die Funktion des sich bewegenden Herzens beurteilen, die Größe der Herzkammern und die Durchblutung des Herzmuskels bestimmen sowie das Ausmaß von Schädigungen des Herzmuskels nach einem Herzinfarkt oder durch Muskelerkrankungen darstellen.

    Akute Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) und chronische Muskelerkrankungen sowie Tumoren des Herzens können abgeklärt werden. Auch angeborene Fehlbildungen des Herzens können mit dieser Untersuchung dargestellt werden.

  • Wann wird es durchgeführt?

    Die MRT des Herzens erlaubt genaue Rückschlüsse darauf, in welchem Teil des Herzens welche Störung vorliegt:


    Herzinfarkt
    Nach einem Herzinfarkt arbeiten Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend. Mit Hilfe der MRT kann man unterscheiden, welche Gewebeteile schon abgestorben sind und welche sich noch durch eine Gefäßaufdehnung (PTCA) oder eine Bypass-Operation retten lassen.

    Während der MRT wird bei einer bestimmten Untersuchung ein Medikament (Adenosin) verabreicht, das die Herztätigkeit steigert und eine Belastungssituation simuliert (Stress-MRT). Somit läßt sich erkennen, ob genug Blut durch die Herzkranzgefäße unter Belastung fließt. Die Gefährlichkeit und die Auswirkungen einer Verengung an den Gefäßen lassen sich so besser einordnen, denn nicht jede Verengung muss therapiert werden.

    Durchblutung des Herzmuskels
    Die MRT ist hier eine Alternative zur Myokard-Szintigraphie. Der Patient wird keiner potentiell körperschädigenden Substanz ausgesetzt und muss keine körperliche Leistung erbringen, sondern erhält ein Medikament (Adenosin), das eine Belastung des Herzens hervorruft. So ist erkennbar, wie gut der Herzmuskel durchblutet ist und welche Herzbereiche unter Belastung nicht ausreichend versorgt werden (Adenosin Stress-MRT).

    Klappenerkrankungen
    Die Erkrankungen der Herzklappen können ebenfalls Größtenteils mit einem Kardio-MRT untersucht und beurteilt werden. Hierbei lassen sich eine Undichtigkeit sowie eine Verengung der Herzklappen genau beurteilen.

    Herzmuskelentzündung
    Akute Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis) sowie die das Herz umgebenden Häute (Perikarditis) sind mittels MRT direkt darstellbar. Die Entzündung ist als verändertes Gewebe mittels Kontrastmittel (Gadolinium) sichtbar.

    Herzmuskelerkrankungen
    Chronische Entzündungen (Kardiomyopathie) lassen sich ebenfalls mittels Kardio-MRT unter zuhilfenahme eines Kontrastmittels direkt darstellen.

  • Was muss im Vorfeld beachtet werden?

    Bei bestimmten Patienten darf aus Sicherheitsgründen keine MRT-Untersuchung durchgeführt werden, weil die Magnetfelder mit Metall interagieren könnten.

    Dazu gehören Patienten mit:

    • Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren,
    • Medikamentenpumpen (z.B. bei Krebs- oder Diabetespatienten)
    • Ports (Dauerzugang für Medikamente).


    Auf eine Kontrastmittelgabe sollte verzichtet werden, wenn eine schwere Schädigung der Niere vorliegt.

  • Wo und wie läuft die Kardio-MRT ab?

    Ein Kardio-MRT läuft wie eine normale MRT-Untersuchung ab. Der Unterschied ist aber, dass Patienten zusätzlich einen venösen Gefäßzugang erhalten, über den Kontrastmittel und Medikamente verabreicht werden können. Beide sind wichtig, um die Herzstrukturen darzustellen und eine Belastungssituation simulieren zu können.

    Wichtig ist es auch, die Patienten zu überwachen und bestimmte Körperfunktionen zu kontrollieren. Zur Ableitung des Elektrokardiogramm (EKG) werden Elektroden auf die Brust geklebt. Am Oberarm wird eine Blutdruckmanschette zur automatischen Blutdruckmessung angelegt.

    Zu beachten ist auch, dass das Kontrastmittel mit großem Druck in die Vene gespritzt wird. Dies kann mit einem unangenehmen Gefühl oder Schmerzen am Arm verbunden sein. Manche Patienten verspüren nach der Injektion auch ein Kälte- oder Wärmegefühl.

    Im Allgemeinen ist das MRT-Kontrastmittel aber deutlich besser verträglich als viele Röntgenkontrastmittel. Die Patienten sind bei der Untersuchung wach und erhalten während der MRT Anweisungen, nämlich einzuatmen oder den Atem anzuhalten. Dies muss man sehr genau befolgen, weil sonst die Aussagekraft der Bilder beeinträchtigt wird. Eine vollständige Kardio-MRT Untersuchung dauert etwa 45 Minuten.

  • Mögliche Komplikationen

    Die MRT ist eine sehr sichere Untersuchungsmethode. Nach mehr als 20 Jahren intensiver Erfahrungen ließen sich keine schädlichen Auswirkungen auf den Körper feststellen. Bei manchen Untersuchungen wird mithilfe von Medikamenten (Adenosin) ein starker Belastungs-zustand des Herzen provoziert. Dadurch kann es - je nach Grunderkrankung - zu Brustschmerzen (Angina pectoris), Luftnot, Kopfschmerzen, Schwindel und Anstieg bzw. Absinken des Blutdrucks kommen. Auch Herzklopfen oder -stolpern bis hin zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen können ausgelöst werden.

  • Was geschieht am Tag der Untersuchung?

    Zum vereinbarten Termin kommen Sie bitte mit Ihrem Überweisungsschein in das Kernspintomographiezentrum. Sollten Sie Probleme haben, uns zu finden, wenden Sie sich bitte an die Pforte des Krankenhauses.

    Der gesamte Zeitaufwand beträgt ungefähr 1 Stunde. Dieser Zeitraum setzt sich zusammen aus der Vorbereitung für die Untersuchung (10-15 Minuten) und der eigentlichen Untersuchung im Gerät (ca. 30-45 Minuten).


    Was muss ich beachten?
    Sie dürfen 24 Stunden zuvor keine koffeinhaltigen Nahrungsmittel zu sich genommen haben (Kaffee, Cola, Tee (auch Früchtetee!), Redbull, Spezi, Schokolade etc.). Auch das Rauchen sollten Sie zumindest am Untersuchungstag unterlassen.

    Was geschieht während der Untersuchung?
    Sie werden während der Untersuchung von unserem erfahrenen Team betreut, mit dem Sie über die im Gerät eingebaute Sprechanlage in Kontakt sind. Legen Sie sich bitte ruhig und entspannt auf die bequeme Untersuchungsliege und achten Sie auf unsere Hinweise. Mehr brauchen Sie nicht zu tun.

    Die Untersuchung dauert ungefähr 30-45 Minuten, je nachdem, welche kardiologische Fragestellung beantwortet werden soll.

    Was geschieht nach der Untersuchung?
    Im Anschluss an Ihre Untersuchung errechnet der Computer aus Ihrem Datenvolumen Schnittbilder Ihres Körpers.

    Diese errechneten Bilder werden über das interne Netzwerk zu einer Workstation geschickt und dort von unserem Experten-Team interpretiert und befundet.
    Auf Wunsch erhalten Sie unmittelbar nach der Untersuchung eine CD mit den angefertigten Bildern.

  • Wie soll ich mich auf die Untersuchung vorbereiten?

    Das im Untersuchungs-Gerät bestehende Magnetfeld zieht alle metallischen oder metallhaltigen Gegenstände an. Das beinhaltet Prothesen, Implantate wie Schrauben und Platten, Schmuck, Haarnadeln, Brillen, Hörgeräte und Geldmünzen. Soweit möglich müssen diese in der Kabine abgelegt werden. Prothesen und Implantate neueren Herstellungsdatums enthalten in der Regel keine magnetisierbaren Metalle und sind für die Untersuchung geeignet.

    Nicht entfernbare Metallteile, die sich im Körper befinden, wie z. B. Metallsplitter, können sich innerhalb des Patienten bewegen und je nach Lokalisation zu Verletzungen führen. Rote Farbstoffe, die bei Tätowierungen und Permanentlidstrichen verwendet werden, können Eisenoxid enthalten und sich deshalb während der Untersuchung erwärmen.

    Bei der Perfusions-Kardio-MRT Diagnostik wird Ihnen ein gefäßerweiterndes Medikament gespritzt. Dies kann nur seine Wirkung erzielen, wenn Sie 24 Stunden zuvor keine koffeinhaltigen Nahrungsmittel zu sich genommen haben (Kaffee, Cola, Tee (auch Früchtetee!), Redbull, Spezi, Schokolade etc.). Auch das Rauchen sollten Sie zumindest am Untersuchungstag unterlassen.

    Für Patienten mit Platzangst besteht die Möglichkeit der Verabreichung von Beruhigungsmitteln. Das ist allerdings nur bei Patienten mit Begleitperson möglich, da die Verkehrstauglichkeit danach stark eingeschränkt ist und eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr möglich ist.

  • Was empfindet man während der Untersuchung?

    Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Während der Aufnahmen ist ein Klopfgeräusch zu hören. Die beengende Lage im Untersuchungsgerät ist nicht angenehm - wir empfehlen Ihnen daher, die Augen während der Untersuchung geschlossen zu halten und sich so gut es geht zu entspannen. Außerdem sind wir natürlich bemüht, die Untersuchungszeit so gering wie möglich zu halten, hierbei hilft uns der Einsatz allerneuester Gerätetechnologie.