Herzschrittmacher

Rund 100.000 mal schlägt unser Herz an einem Tag. Es pumpt durchschnittlich mehr als 5 Liter pro Minute, bis zu 8.000 Liter pro Tag. Das Herz ist der Motor unseres Lebens. Bei Herzproblemen ist daher eine schnelle Diagnose und Behandlung lebensnotwendig.


Herzschrittmachertherapie bei Bradykardien

Bradykardien sind jene Rhythmusstörungen des Herzens, bei denen die Herzfrequenz langsamer als normal ist und die untere Herzfrequenzgrenze unterschreitet. Dabei schlägt das Herz meistens unter 60/min. Verschiedene Krankheiten führen im Endeffekt zu einer Bradykardie, meistens ein sogenannter kranker Sinusknoten (normaler Pulserzeuger im Herz) oder verschiedene Leitungsstörungen im Herzleitsystem (Herzblock). Bradykardien sind meistens eine Krankheit des älteren Patienten, wobei auch relativ junge Patienten davon betroffen sein können.

Herzschrittmacher sind Aggregate, die die normale Frequenz vom Herz durch elektrische Impulse wiederherstellen können. Moderne Geräte sind heutzutage sehr klein geworden und nach der Einpflanzung kaum erkennbar. Die Kommunikation des Schrittmachers mit dem Herzen erfolgt über Elektroden (Sonden), von denen je nach der klinischen Situation eine (in der rechten Herzkammer) oder zwei (plus im rechten Vorhof) implantiert werden müssen.

In unserer Klinik werden jährlich ca. 200 Schrittmacherimplantationen durchgeführt. Nach der Implantation müssen die Patienten zu regelmäßigen Kontrollen kommen, die wir gerne in unserer Schrittmacherambulanz durchführen.


Resynchronisationstherapie bei Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz ist eine Krankheit, bei der die normale Pumpfunktion nicht mehr ausgeführt werden kann. Verschiedene Krankheiten können zur Herzinsuffizienz führen; die häufigste Ursache ist koronare Herzerkrankung mit Herzinfarkt. Die sogenannte dilatative Kardiomyopathie ist eine relativ häufige Form der primären Herzmuskelschwächen, welche auch zur Herzinsuffizienz führt. Ein wichtiger Teil der Therapie besteht aus verschiedenen Medikamenten, die sowohl auf die Beschwerden als auch Todesrate Einfluss haben. Allerdings eine Gruppe von den Patienten bleibt trotzt optimaler medikamentösen Therapie weiterhin symptomatisch; in dieser Gruppe kann die sogenannte Resynchronisationstherapie behilflich sein. Das Ziel ist eine gleichzeitige Kontraktion des Herzmuskels zu ermöglichen und damit eine verbesserte Pumpfunktion zu erreichen. Um die linke Herzkammer gleichzeitig stimulieren zu können, muß ein sogenannter Biventrikulärer Herzschrittmacher implantiert werden. Dieser Schrittmacher benötigt für seine Funktionen insgesamt 3 Elektroden (Sonden), zwei wie bei den üblichen Schrittmachern in dem rechten Vorhof und rechter Kammer und eine Dritte in einer Herzvene (kleine Gefäße, die auf dem Herz laufen und das eigene Blut des Herzens transportieren) zur Stimulation der linken Kammer. Die Sondierung dieser Vene kann unter Umständen schwierig sein, so dass man mit einer längeren Operationsdauer als bei den einfachen Schrittmachern rechnen.

Da nicht alle Herzinsuffizienzpatienten die erforderlichen Kriterien für diese Behandlung erfüllen und daher von der Implatation nicht profitieren, müssen vor der Implantation eines solchen Systems einige Untersuchungen (EKG, Herzultraschall) durchgeführt werden, die uns eine richtige Indikationsstellung ermöglichen.


Schrittmacherambulanz

Nach der Implantation des Schrittmachers sowie des Defibrillators sollen Sie zu regelmäßigen Kontrollen kommen. Die erste Kontrolle nach der Implantation erfolgt in 3 Monaten; die weiteren Kontrollen sind dann bei Schrittmacher zweimal im Jahr und bei Defibrillatoren und Resynchronisationstherapie jeder dritte Monat.

Bei Auftreten verschiedener Beschwerden sollen Sie sich bei der Ambulanz melden und einen Termin zur Kontrolle vereinbaren.