Sucht - Entstehung, Erkennen und Hilfe bei einer Suchterkrankung

Eine Sucht definiert sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ein „Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge.“ Man unterscheidet hierbei zwischen stoffgebundenen Formen (Alkohol, Medikamente etc.) und nicht stoffgebundenen Formen (Spielsucht, Kaufsucht etc.). Die zahlenmäßig größten Abhängigkeiten zeigen sich hierbei laut Epidemiologischer Suchtsurvey 2018 bei den legalen Suchtmitteln Tabak (12 Millionen), Medikamente (2,3 Millionen) und Alkohol (1,6 Millionen). Jährlich sterben durch die Folgen von Tabakkonsum mindestens 110.000 Menschen und weitere 40.000 an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums.

Suchterkrankungen stellen also ein erhebliches gesundheitliches, volkswirtschaftliches und soziales Problem dar. 


Wie entsteht eine Sucht?

Konsumiert man ein Suchtmittel, so werden im Gehirn verschiedene Botenstoffe aktiviert, welche Wohlbefinden und Euphorie auslösen. Der Konsum wird also als positiver Reiz gespeichert. Fehlt dieser Reiz, entstehen ein Belohnungsdefizit und gleichzeitig der starke Wunsch nach dem Konsum des Suchtmittels. Zusätzlich steigt die biologische Toleranz des Körpers gegenüber des Suchtmittels, so dass eine immer höhere Dosis nötig ist, um den angenehmen Effekt zu erzielen. Aber auch die familiäre/soziale Situation spielt eine Rolle. So haben Studien gezeigt, dass Kinder von suchtkranken Eltern häufig ebenfalls suchtkrank werden. Auch traumatische Ereignisse oder psychische Erkrankungen wie Depressionen können Auslöser von Suchterkrankungen sein.


Wie erkenne ich eine Suchterkrankung?

Eine Suchterkrankung tritt nicht plötzlich auf, vielmehr entwickelt sie sich schleichend über längere Zeit hinweg. Man spricht von Suchtverhalten bzw. einem Abhängigkeitssyndrom, wenn über einen Zeitraum von 12 Monaten mindestens drei der folgenden sechs Kriterien erfüllt gewesen sind:

  • Ein sehr starkes Verlangen nach dem Suchtstoff, dem kaum widerstanden werden kann
  • Ein Kontrollverlust bzgl. Beginn, Beendigung und der Menge des Konsums
  • Entzugssymptome beim Absetzen des Suchtstoffes (Unruhe, Zittern, Schweißausbrüche)
  • Toleranzentwicklung 
  • Fortschreitende Vernachlässigung von anderen Interessen, Sozialkontakten oder der Arbeit
  • Fortsetzung des Konsums trotz schädlicher Folgen

Wo bekomme ich Hilfe?

Sollten Sie bei sich selbst oder einem Familienmitglied/Freund Symptome einer Suchterkrankung feststellen so gibt es verschieden Anlaufstellen für Hilfe. Im Folgenden sind einige Hilfsangebote aus der Region aufgelistet:


Weitere Informationen finden Sie unter: 

  • www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gsundheitsgefahren/sucht-und-drogen.html 
  • www.uni-regensburg.de/universitaet/arbeitskreis-sucht/was-ist-sucht-/index.html 
  • www.krankenkassenzentrale.de/wiki/suchterkrankungen# 
  • www.spektrum.de/lexikon/psychologie/sucht/15070 
  • www.bzga.de/programme-und-aktivitaeten/suchtpraevention/ 
  • www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychatrie-psychosomatk-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/suchterkrankung-stoffgebunden/was-ist-sucht/