Risiken in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann es zu Komplikationen oder Krankheiten kommen. Das Team des Perinatalzentrums Niederbayern unterstützt Sie in diesen Fällen umfassend.


Beispiel für eine Komplikation während der Schwangerschaft ist Gestationsdiabetes

Beim Gestationsdiabetes handelt es sich um eine in der Schwangerschaft auftretende Störung des Blutzuckerstoffwechsels. Hierbei werden vor allem im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft vermehrt Hormone gebildet, die der blutzuckersenkenden Wirkung des Insulins der Bauchspeicheldrüse entgegen wirken. Bei Frauen, die einen Gestationsdiabetes entwickeln, reicht die Menge des freigesetzten Insulins nicht aus, den Blutzucker ausreichend zu senken.

Diese Störung bildet sich nach der Geburt wieder zurück. Frauen, die einen Gestationsdiabetes hatten, besitzen aber ein höheres Risiko, in späteren Jahren am Diabetes mellitus Typ 2 (Alterszucker) zu erkranken.
 

Ist Gestationsdiabetes gefährlich für mein Kind?

Unbehandelter Gestationsdiabetes kann zu Fehlbildungen, verstärktem Wachstum (zu groß und zu schwer), zu Lungenreifungsstörungen und nach der Geburt zu Gelbsucht und Unterzuckerung des Kindes führen. Langfristig kann dies bei diesen Kindern zu Übergewicht und auch zum Diabetes Typ 2 (Altersdiabetes) schon im frühen Erwachsenenalter führen.


Wer bekommt einen Gestationsdiabetes?

Es gibt Risikofaktoren, bei denen ein Gestationsdiabetes häufig vorkommt:

  • Mütterliches Übergewicht                     
  • Diabetes mellitus bei Eltern oder Geschwistern
  • Gestationsdiabetes in früheren Schwangerschaften
  • Vorangegangene Geburt eines Kindes über 4000g 
  • Fehlbildungen in früheren Schwangerschaften     
  • Frühere Totgeburten oder Abortneigung

Wenn Sie einen oder mehrere dieser Risikofaktoren erfüllen, sollte ein „Oraler Glucosetoleranztest (OGTT)“ bei Ihrem Frauenarzt durchgeführt werden.


Was ist ein oraler Glucosetoleranztest?

Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche kann entweder ein Test mit 50 g oder mit 75 g Glucoselösung, die Sie trinken, durchgeführt werden. Anschließend wird nach festgelegtem Zeitplan Blut entnommen und der Blutzuckerwert bestimmt. Befinden sich diese Werte außerhalb der Normalwertgrenzen, liegt ein Gestationsdiabetes vor. Wichtig für den Test ist, dass Sie in den Tagen vor dem Test gut essen (normal) oder sogar „Schlemmen“ , da sonst die Werte verfälscht werden können und so eine gut zu behandelnde Erkrankung nicht erkannt wird!


Wie geht es nach dem Test weiter?

Bei Vorliegen eines Gestationsdiabetes ist die Einstellung der Blutzuckerwerte auf Normalwerte oft durch Einhalten einer Diät ausreichend. In einer speziellen Beratung wird Ihnen erklärt, was Sie beim Essen und Trinken beachten müssen. Einige Patientinnen benötigen jedoch Insulin. In jedem Fall sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen notwendig.

Ihr Frauenarzt wird Sie weiterhin betreuen und besonders auf das Wachstum des Kindes und die Fruchtwassermenge achten.

Eine spezielle Betreuung im Hinblick auf die Diabeteserkrankung durch eine/einen Diabetologin/-en in regelmäßigen Abständen ist notwendig.  Die Geburt Ihres Kindes sollte in einem Perinatalzentrum von geschultem Personal betreut werden.

Bei der Geburt Ihres Kindes steht Ihnen unser Team aus Geburtshelfern, Kinderärzten und Hebammen mit Rat und Tat zur Seite, so dass die Entbindung sicher und in Geborgenheit verlaufen kann.