Zertifiziertes Gefäßzentrum

Gefäßkrankheiten erfordern eine interdisziplinäre Diagnostik und Therapie unter Beteiligung von Chirurgen, Internisten und Radiologen.

Die Klinik für endovaskuläre und konventioniele Gefäßchirugie arbeitet daher eng mit der Klinik für Radiologie und den Medizinischen Kliniken von LAKUMED  zusammen. Weitere Kooperationen bestehen mit den niedergelassenen Angiologen in Landshut und Vilsbiburg sowie mit der Dialysepraxis in Landshut.

In einem umfangreichen Zertifizierungsverfahren hat uns die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie 2017 erneut als zertifiziertes Gefäßzentrum anerkannt. Damit sind die LAKUMED Kliniken eines von insgesamt neun zertifizierten Gefäßzentren in Bayern.

Zusätzlich beteiligen wir uns an der bundesweiten Qualitätssicherung für Carotis-Operationen und nehmen an der Qualitätssicherung für Aneurysmen der Bauchaorta innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie teil.


Diagnostische Schwerpunkte

Ultraschalldiagnostik

  • Doppler- und Farbduplexsonographie (Ultraschalluntersuchung) der Arterien und Venen des Beines
  • Duplexsonographie der Halsschlagader (Carotis) zur Vorbeugung und Behandlung eines Schlaganfalles
  • Duplexsonographie der Arterien und Venen des Armes bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen
  • Duplexsonographie der Baucharterien zur Erkennung eines Aneurysmas der Bauchschlagader (Aorta) oder bei Durchblutungsstörungen der Bauchorgane.

Die Ultraschalldiagnostik kann ohne Belastung des Patienten in kurzer Zeit eine Durchblutungsstörung nachweisen oder ausschließen und ist deshalb die am häufigsten eingesetzte apparative Diagnostik.


Radiologische Diagnostik

MRT (Kernspintomographie):

Das Gefäßzentrum verfügt über eine hochmoderne Anlage zur Darstellung der Gefäße (Angiographie). Mit dieser Technik ist es möglich, eine sehr präzise Darstellung der Gefäße ohne Röntgenbestrahlung, ohne Punktion einer Beinarterie und ohne Injektion von jodhaltigem Kontrastmittel zu erreichen. Diese Untersuchung eignet sich nicht für Patienten mit Herzschrittmacher oder Difibrillator, auch bei Patienten mit künstlichen Herzklappen ist Vorsicht geboten.

MR-Angiographie der Becken-Beinarterien: Mit dieser Technik lassen sich Verengungen der  Bauch- und Beckenschlagadern sowie der Beinarterien sehr genau darstellen. Damit ist diese Untersuchung eine wichtige Voraussetzung für die Planung von Operationen. So läßt sich z.B. anhand der Angiographie entscheiden, ob eine endovaskuläre Behandlung (Ballon, Stent) oder aber eine offene Operation (z.B. Bypass) erforderlich ist.

MR-Angiographie der Halsarterien mit Darstellung des Gehirns: Bei nachgewiesenen Verengungen oder Verschlüssen der Halsschlagader liefert diese Untersuchung wichtige Zusatzinformationen für die Operationsplanung. Hier werden auch die innerhalb des Schädels verlaufenden Gehirnarterien dargestellt, die mit Duplex (Ultraschall) nicht einzusehen sind. Weiterhin können aufgrund der hohen Auflösung selbst kleine, vom Patienten unbemerkte Schlaganfälle nachgewiesen werden, wenn sie Narben im Hirngewebe hinterlassen haben.

CT (Computertomographie):

Bei dieser Untersuchung wird jodhaltiges Kontrastmittel in die Armvene verabreicht und gleichzeitig werden von einer rotierenden Röntgenröhre Messungen in hoher Geschwindigkeit durchgeführt. Aufgrund der hohen Bildauflösung ist die Computertomographie trotz der Strahlenbelastung für die Diagnostik z.B. von Aortenaneurysmen (Erweiterungen der Brust- und Bauchschlagader) oder beim akuten Schlaganfall weiterhin unentbehrlich.

  • konventionelle Angiographie:

Hierbei wird das zu untersuchende Blutgefäß, z.B. eine Beinarterie, punktiert und es wird jodhaltiges Kontrastmittel eingespritzt. Das Kontrastmittel mit dem Jod verteilt sich mit dem Blutstrom. Da das Jod keine Röntgenstrahlung hindurchlässt, ergibt sich ein sehr scharfer Röntgenkontrast zum umgebenden Gewebe. Deshalb kann man in der Röntgenuntersuchung den Verlauf und auch Verengungen oder Erweiterungen der Blutgefäße sehr gut erkennen.

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann Kontrastmittel eine weitere Verschlechterung der  Nierenkrankheit bewirken und sollte deshalb vermieden werden.  Für diese Fälle haben wir die Möglichkeit, Kohlendioxid zur Angiographie zu verwenden. Damit kann eine weitere Schädigung der Niere sicher vermieden werden, allerdings ist die Bildqualität etwas eingeschränkt.
Eine konventionelle Angiographie kann sowohl in unserem Institut für Radiologie als auch in unserem Hybrid-Op durchgeführt werden. Viele Verengungen oder Verschlüsse der Arterien können im Rahmen dieser Untersuchung endovaskulär behandelt werden.

  • konventionelle Röntgendiagnostik:

Bei chronischen Entzündungsprozessen der Füße kann die Infektion zur Zerstörung des Knochens führen. Diese Veränderungen sind im Röntgenbild sichtbar. Der infizierte Knochen muß chirurgisch entfernt werden, damit die Wunde am Fuß abheilen kann.



Therapeutische Schwerpunkte

  • Arterielle Verschlusskrankheit
  • Aneurysmen der Bauchaorta und der Arterien (z.B. Kniearterien)
  • Verengungen der Halsschlagader
  • Varizen-Krampfadern
  • Wundtherapie
  • diabetischer Fuß



In Deutschland sind zirka 100 Kliniken als Gefäßzentren zertifiziert. Im Zertifizierungsantrag müssen 22 Kriteriengruppen detailliert dargestellt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Qualitätsgesichtspunkte, wie die Vorhaltung einer Gefäßsprechstunde als Anlaufstelle, die Gewährleistung einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch voll weitergebildete Fachärzte, Expertise durch hohe Fallzahlen, funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit, Teilnahme an Qualitätssichernden Maßnahmen oder das Vorliegen einer vollen Weiterbildungsermächtigung zur Ausbildung von Gefäßchirurgen.