Offene Wunden

Offene Wunden können vielerlei Ursachen haben. Man unterscheidet Wunden, die akut durch Unfälle entstehen von solchen, die im Rahmen von meist chronischen Grunderkrankungen wie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder langanhaltender Bettlägerigkeit entstehen.

Versagen die natürlichen Bestrebungen des Körpers, auch unter Zuhilfenahme moderner Verbandsmethoden große Wunden zu verschließen, ist meist eine plastisch-chirurgische Defektdeckung erforderlich. Hierbei haben die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie in den letzten Jahrzehnten zu einer erheblichen Verbesserung der Ergebnisse - sowohl unter funktionellen wie auch ästhetischen Gesichtspunkten - beigetragen. Primäre Aufgabe des plastischen Chirurgen ist es, unter der Vielzahl der Möglichkeiten das  passende Verfahren zu finden, das unter Einbeziehung der Defektgröße und der zugrundeliegenden Ursache die aussichtsreichste Methode des Defektverschlusses darstellt.

Einfache Methoden stellen hierbei die Vakuumbehandlung der Wunde oder die Hauttransplantation dar. Tiefe Wunden mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Nerven bedürfen meist einer Bedeckung mit mehrschichtigem Gewebe. Dieses kann aus der direkten Umgebung des Defektes stammen und wird dann als lokale (Verschiebe-) Lappenplastik bezeichnet. Gelegentlich steht jedoch kein Material in der Umgebung des Defektes zur Verfügung, so dass Gewebe von einer weiter entfernten Körperregion transplantiert werden muss.

Diese aufwändigen Verfahren werden als freie Lappenplastiken bezeichnet. In die Entscheidungsfindung, wie letztendlich eine offene Wunde chirurgisch versorgt wird, fließen viele Aspekte ein. Der erfahrene plastische Chirurg wird die Auswahl in enger Abstimmung mit den Wünschen des betroffenen Patienten und nach eingehender Beratung treffen.