Skidaumen/ Ulnare Seitenbandruptur

Beim Skidaumen handelt es sich um eine Bandverletzung am Grundgelenk des Daumens. Hierbei reißt, meist durch einen Sturz auf den abgespreizten Daumen, das innenliegende, dem Zeigefinger zugewandte Seitenband des Daumengrundgelenks ein. Dieses Seitenband wird in der Anatomie als das ulnare Seitenband bezeichnet, da es auf der Ellenseite des Daumengrundgelenkes liegt (Elle = lateinisch: Ulna). Das ulnare Seitenband trägt ganz erheblich zur Stabilisierung des Daumens bei fast allen Griffformen bei. Es verhindert, dass der Daumen z.B. beim Schreiben nach außen abweicht. Wächst das Seitenband nach einer Verletzung nicht mehr zusammen, kann es zu einer chronischen Instabilität mit Kraftverlust bei vielen Griffformen (z.B. Spitzgriff) kommen. Eine durch die Fehlstellung bedingte Fehlbelastung des Gelenks kann zudem im Verlauf von vielen Jahren zur Arthrose (Verschleiß) des Gelenks führen.

Die Verletzung tritt tatsächlich sehr häufig beim Skifahren auf, kann aber auch durch andere Ursachen und Unfälle hervorgerufen werden, bei denen der Daumen plötzlich und mit viel Kraft nach außen abgeschert wird.


Es gibt drei unterschiedliche Arten der Verletzung des ulnaren Seitenbandes:

  1. Das Band reißt in der Mitte durch (intraligamentäre Bandruptur)
  2. Das Band reißt am Übergang zum Knochen ab
  3. Das Band reißt mit einer kleinen Knochenschuppe an seiner knöchernen Verankerung aus
     

Diagnose

Untersucht man den Finger, so lässt sich das Daumengrundgelenk nach außen aufklappen. Die Untersuchung ist jedoch wegen der Schmerzen meist nur eingeschränkt möglich. Zur weiteren Abklärung werden auf jeden Fall Röntgenbilder des Daumens angefertigt. Hierbei kann festgestellt werden, ob das Band mit einem kleinen Knochenfragment ausgerissen ist. Gelegentlich wird auch eine Kernspintomographie oder Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um einen Riss im Band nachzuweisen. 
 


Beschwerden

Direkt nach dem Unfall haben Patienten meist erhebliche Schmerzen. Rasch entwickeln sich eine deutliche Schwellung sowie eine Bewegungseinschränkung des Daumens. Auch ein Bluterguss ist häufig über dem Daumengrundgelenk zu beobachten.
 


Behandlung

Wird ein Skidaumen nicht erkannt oder nicht (ausreichend) behandelt, kann dies zu einer chronischen Instabilität im Daumengrundgelenk führen. Diese begünstigt durch Fehlbelastung des Gelenks den Verschleiß des Gelenks (Arthrose).

Die Behandlung des Skidaumens kann konservativ und operativ erfolgen. Die Entscheidung darüber, ob operiert werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa einem knöchernen Ausriss oder dem Umschlagen des Bandes.


Konservativ

Bei der nicht-operativen Behandlung des Skidaumens wird der Daumen im Regelfall für sechs Wochen in einer Gipsschiene oder Orthese ruhiggestellt. Es ist hierbei besonders wichtig, die Ruhigstellung konsequent einzuhalten und den Behandlungserfolg zwischendurch nicht durch Aufklappen des Gelenkes zu kontrollieren, da das Band hierbei wieder einreißen kann.


Operativ

Bei der operativen Versorgung wird das Band über einen bogenförmigen Hautschnitt auf der Innenseite des Daumengrundgelenkes dargestellt. Wenn das Band in der Mitte gerissen ist, kann es durch eine Naht wiederhergestellt werden. Ist es direkt am Knochen abgerissen, kann es z.B. mit einem kleinen Knochenanker wieder an den Knochen fixiert werden. Ist das Band mit einem Stück Knochen ausgerissen, kann es mit einer Schraube oder einem Draht refixiert werden.

Auch nach einer Operation ist eine Ruhigstellung in einer Schiene erforderlich. Diese ist in der Regel für fünf Wochen einzuhalten.


Nachbehandlung

Sowohl nach operativer wie auch konservativer Behandlung ist nach dem Abschluss der Ruhigstellung eine krankengymnastische Übungsbehandlung erforderlich, da die Gelenke meist deutlich in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Mit einer vollen Belastbarkeit des Daumens kann im Regelfall nach 12 Wochen gerechnet werden.


Chronische Instabilität

In den Fällen, in denen ein Skidaumen mit einer Instabilität des Daumengrundgelenkes ausheilt (z.B. weil keine Behandlung erfolgte) können sekundäre Operationen unter Verwendung von Sehnentransplantaten durchgeführt werden.