Sattelgelenksarthrose/ Rhizarthrose

Die Arthrose des Daumensattelgelenks ist eine häufige Erkrankung der Hand, die in erster Linie Frauen ab dem 50. Lebensjahr betrifft. Aber auch Männer können daran erkranken, besonders bei entsprechender beruflicher Belastung oder nach bestimmten Unfällen (Knochenbrüche mit Beteiligung des Sattelgelenks).

Das Daumensattelgelenk befindet sich am Übergang von der Handwurzel zum Daumen. Dies entspricht dem untersten Anteil des Daumenballens. Die herausragende Rolle bei der differenzierten Bewegung der Hand bezieht der Daumen aus der hohen Beweglichkeit im Daumensattelgelenk. Das große Bewegungsausmaß und die hohe mechanische Belastung führen jedoch schneller zu einem Gelenkverschleiß, als dies bei den meisten anderen Gelenken der Fall ist. Der Verlust des schützenden Gelenkknorpels sowie eine zunehmende Fehlstellung des Daumens sind deutliche Zeichen der Arthrose im Sattelgelenk. Für den Patienten äußert sich diese in Schmerzen, Kraftlosigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit. Typischerweise treten die Beschwerden bei ganz alltäglichen Verrichtungen wie etwa dem Öffnen großer Schraubverschlüsse (z.B. Konservengläser) oder dem Auswinden von Putzlappen auf.
 


Untersuchung

Wegweisend bei der Diagnosestellung sind die Schmerzlokalisation, bzw. entsprechend positive Provokationstests, sowie die typische Fehlstellung. Die Schmerzen lassen sich im Regelfall am untersten Anteil des Daumenballens im Übergangsbereich von der Handwurzel lokalisieren. Führt der Untersucher den Daumen herum, lässt sich gelegentlich ein schmerzhaftes Gelenkreiben auslösen (Grind-Test). Das Gelenk selbst steht nach hinten hervor, der Daumen lässt sich nicht mehr so gut abspreizen und ist leicht gebeugt.
 


Röntgenuntersuchung

Die Röntgendiagnostik unterscheidet vier verschiedene Stadien der Sattelgelenksarthrose. Hierbei werden die zunehmende Fehlstellung des Gelenkes sowie der Gelenkverschleiß (verminderte Gelenkhöhe, Verlust des Gelenkknorpels, knöcherne Anbauten etc.) beurteilt. Andere bildgebende Verfahren wie Kernspintomographie, Computertomographie oder Skelettszintigraphie erbringen im Regelfall keinen zusätzlichen Informationsgewinn und sind deshalb nicht angezeigt.
 


Behandlung

  • Konservativ

    Wirksame konservative Verfahren stehen bei der Behandlung der Sattelgelenksarthrose nicht zur Verfügung. Durch Ruhigstellung in einer speziellen Schiene (Daumenhülse) bzw. mit Kortisoninjektionen in das Sattelgelenk lassen sich jedoch die Symptome zumindest vorübergehend bessern. Langfristig hat sich jedoch nur die operative Behandlung der fortgeschrittenen Sattelgelenksarthrose bewährt.

  • Operationen

    Resektions-Suspensionsarthroplastik

    Diese Operation stellt das gängigste Verfahren bei der Behandlung der Sattelgelenksarthrose dar. Hierbei wird ein Teil des Gelenks, nämlich das große Vieleckbein (Os trapezium) entfernt. Zur Stabilisierung des Daumens wird anschließend meist die Aufhängung mit einem Sehnenstreifen durchgeführt. Dieses Verfahren hat sich mittlerweile in verschiedenen Modifikationen über Jahrzehnte bewährt und führt zu regelhaft guten Ergebnissen.
    Nach der Operation erfolgt für insgesamt fünf Wochen die Ruhigstellung des Sattelgelenks. Anschließend wird mittels Krankengymnastik die Beweglichkeit wiederhergestellt.


    Künstliches Sattelgelenk/ Prothese

    Das Einsetzen einer Sattelgelenksprothese kommt i.d.R. bei jüngeren Patienten mit schmerzhaften, jedoch ohne fortgeschrittene Fehlstellung einhergehenden Formen der Sattelgelenksarthrose zur Anwendung. Bei der Operation wird nur die Gelenkfläche an der Basis des Daumenmittelhandknochens entfernt und durch eine anatomisch geformte Prothese aus einem hochmodernen, extrem abriebfesten Kunststoff (Pyrocarbon) ersetzt.
    Nach dem Einsetzen einer Sattelgelenksprothese wird eine Ruhigstellung für vier Wochen durchgeführt. Anschließend kann mit der krankengymnastischen Behandlung begonnen werden.


    Sattelgelenksarthroskopie/ Denervation

    Diese operative Behandlungsform ist im Wesentlichen den schmerzhaften Frühformen der Sattelgelenksarthrose vorbehalten. Im Rahmen der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) lassen sich die häufig entzündlich veränderte Gelenkinnenhaut veröden oder freie Gelenkkörper entfernen. Bei der Denervation werden selektiv die vom Sattelgelenk wegführenden Schmerzfasern durchtrennt, was zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung führt. Der natürliche Verlauf der Sattelgelenksarthrose lässt sich durch diese Operation nicht wesentlich beeinflussen. Vielfach lässt sich jedoch bei strenger Indikationsstellung der ansonsten deutlich größere Eingriff (Resektions-Suspensionsarthroplastik, Sattelgelenksprothese) um Jahre hinauszögern.
    Nach der Operation wird das Sattelgelenk bis zur Entfernung der Fäden für zwei Wochen ruhig gestellt. Anschließend kann die Hand schmerzadaptiert frei bewegt werden.


    Gelenkstabilisierende Operationen

    In Frühstadien, wenn der Gelenkknorpel noch weitgehend intakt ist, kann auch eine gelenkstabilisierende Operation durchgeführt werden. Hierbei werden die erschlafften Bänder der Gelenkkapsel durch einen Sehnenstreifen verstärkt (Operation nach Eaton/ Littler). Auch bei dieser Operation wird das Sattelgelenk für sechs Wochen ruhiggestellt.


    Versteifung des Daumensattelgelenkes

    Diese Operationsform hat sich nur unzureichend bewährt und wird nur in seltenen Ausnahmefällen durchgeführt.