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Wissen

Hilfe für die "vergessene" Herzklappe

Es ist ein weiterer Meilenstein bei der Versorgung herzkranker Patienten: Das Team um Chefärztin Prof. Dr. Julinda Mehilli hat ein minimal-invasives, Katheter-gestütztes Verfahren zur Therapie der Trikuspidalklappe am Krankenhaus Landshut-Achdorf erfolgreich eingeführt, den TriClip. Ähnlich dem bereits etablierten Clipping-Verfahren der Mitralklappe ist nun mittels Implantation des TripClips eine Abdichtung einer schwer undichten Trikuspidalklappe möglich.

Luftnot, Beinschwellung (“Wasser in den Beinen”) und eingeschränkte Belastbarkeit - das sind typische Symptome eine schwer undichten Trikuspidalklappe. Diese Klappe befindet sich auf der rechten Herzseite und ist im Ultraschall oft schlechter darstellbar als andere Herzklappen. „Eine leichte Undichtigkeit dieser Klappe ist bei über 80 % der Bevölkerung normal und unbedenklich. Das Risiko für schwerwiegende Formen steigt mit dem Alter jedoch deutlich. Ab dem 70. Lebensjahr leidet etwa jeder zwanzigste Mensch an einer mittelschweren bis schweren Undichtigkeit der Trikuspidalklappe", so Prof. Dr. Julinda Mehilli. 

Die Folge: Eine reduzierte Lebenserwartung und oftmals starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. „Da Operationen an der Trikuspidalklappe riskant sind, werden viele Patienten lange ausschließlich medikamentös behandelt – leider oft zu lange", sagt Prof. Dr. Mehilli. Die Trikuspidalklappe wird deshalb auch als “die vergessene Herzklappe” bezeichnet. 

Das minimal-invasive, Katheter-gestützte TriClip-Verfahren bietet hier eine schonendere Behandlungsmöglichkeit: „Der Clip wird über die Leistenvene ins Herz geführt und dort unter Ultraschallkontrolle implantiert, um die Undichtigkeit zu verringern", erklärt Oberarzt Dr. Florian Zauner. Die meisten Patienten können das Krankenhaus Landshut-Achdorf bereits nach drei bis vier Tagen wieder verlassen. Das anspruchsvolle Verfahren erfolgt durch ein spezialisiertes Klappen-Team, das moderne Ultraschalldiagnostik und Katheter-gestützte Eingriffe kombiniert. 

In wöchentlichen Herz-Team-Sitzungen arbeiten die Kardiologen am Krankenhaus Landshut-Achdorf zudem eng mit den Herzchirurgen des Deutschen Herzzentrums München zusammen. So entstehen maßgeschneiderte Therapiekonzepte für jeden einzelnen Patienten.  

 

 

Besonderen Wert legen wir auf eine kompetente Vor- und Nachsorge, denn sie ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung und langfristige Lebensqualität.

Prof. Dr. med. Julinda Mehilli, Chefärztin

Bei der Therapie der Trikuspidalklappe ist Teamarbeit wichtig: Chefärztin Prof. Dr. Mehilli befindet sich während des Eingriffs in enger Abstimmung mit den ärztlichen Kollegen aus der Kardiologie und der Anästhesie sowie den Pflegekräften im Herzkatheterlabor.