Einblicke

Führung durch den Hybrid-OP: Neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten

Hybride rufen möglicherweise Erinnerungen an den Biologieunterricht wach, als die Mendelschen Gesetze auf dem Lehrplan standen. Jenseits der Biologie sind hybride Systeme seit den 1990er Jahren beispielsweise aus der Automobilindustrie bekannt. In hybriden Kraftfahrzeugen sorgen neben dem herkömmlichen Verbrennungsmotor Akkumulatoren oder auch Brennstoffzellen bzw. Superkondensatoren für den Antrieb. Hybrid bedeutet hier die Kombination zweier eigenständiger Verfahren zu etwas Neuem, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Entsprechend stellt der Hybrid-OP durch die Integration modernster medizinischer Bildgebungsverfahren in den klassischen Operationssaal eine der innovativsten Entwicklungen im Bereich der modernen Chirurgie dar. Anders als bei der üblichen räumlichen Trennung von Diagnostik – MRT, CT, Angiografie – und Therapie im OP-Saal kann im Hybrid-OP die Bildgebung in höchster Qualität „intraoperativ“ simultan zum Eingriff durchgeführt werden.

Diese Kombination von Diagnostik und verschiedenen Behandlungsverfahren ermöglicht durch die einzigartige Ausstattung vielfältige Therapieoptionen: offene Eingriffe, Eingriffe mit Hautschnitt sowie Hybridoperationen, bei denen Hautschnitt und Kathetertechnik kombiniert werden.

Moderner Hybrid-OP am LAKUMED Krankenhaus Landshut-Achdorf

Das Gefäßzentrum am LAKUMED Krankenhaus Landshut-Achdorf verfügt mit seinem Hybrid-Operationssaal über optimale Bedingungen für die Behandlung von Gefäßerkrankungen. Kernstück ist die Hochleistungsangiografieanlage, mit der Eingriffe nicht nur besonders strahlungsarm, sondern auch mit wesentlich geringerer Kontrastmittelbelastung als bei konventionellen Anlagen durchgeführt werden können.

Durch den großen Bildausschnitt unserer Anlage kann der Operateur im gesamten Bauch- und Beckenraum arbeiten, ohne wiederholt Kontrastmittel geben zu müssen.
Chefarzt Dr. Johann Hatzl

Auch die Bildqualität sorgt für mehr Sicherheit, da kleine Gegenstände, wie Stents oder Dilatationskatheter, durch die hohe Vergrößerung besonders gut zu erkennen sind.

Im 72 Quadratmeter großen Hybrid-OP ermöglicht es ein spezielles, besonders flexibles Tischsystem, den Patienten vom Kopf bis zu den Zehen zu durchleuchten – ohne Tisch oder Röntgeneinheit (C-Bogen) vorher neu ausrichten zu müssen –, dies bietet den Operateuren einen großen Vorteil und erspart viele Arbeitsschritte. Außerdem ermöglicht die intraoperative Bildgebung präzisere Operationen: Die Chirurgen können sich bei der Steuerung des Katheters durch den Körper an den hochauflösenden Bildern orientieren, die während des Eingriffs gemacht werden.

Vom Hybrid-OP profitieren Patienten verschiedener Fachrichtungen

Der Hybrid-OP eröffnet völlig neue Therapiemöglichkeiten, nicht nur in der Gefäßchirurgie: Künstliche Herzklappen können minimal-invasiv mithilfe eines Katheters implantiert werden, ohne den ganzen Brustkorb öffnen zu müssen. Der Katheterzugang erfolgt dabei entweder über die Leiste oder über einen kleinen Schnitt im Brustkorb. Die Patienten erholen sich schneller als von herkömmlichen Eingriffen, und der Krankenhausaufenthalt kann verkürzt werden.

Auch Traumapatienten profitieren vom Hybrid-OP des LAKUMED Klinikums Landshut-Achdorf. Patienten mit schweren Blutungen nach Autounfällen oder anderen großen Verletzungen müssen unverzüglich versorgt werden. Eine schnelle Aufnahme in den Hybrid-OP bietet die Chance, unmittelbar nach der Diagnostik den Eingriff einzuleiten, ohne den Notfallpatienten umbetten zu müssen. Damit kann wertvolle Zeit gespart werden.

Die Arbeit im Hybrid-OP bedeutet engste Teamarbeit. Jeder Patient wird von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam untersucht und therapiert. Dazu gehören beispielsweise ein Herzchirurg, ein Gefäßchirurg, ein Kardiologe und ein Radiologe – in jedem Fall ist darüber hinaus ein Anästhesist anwesend, der den Kreislauf und den Zustand des Patienten genau überwacht. Diese Bündelung interdisziplinären Wissens und die vielfältigen