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„Achtung, Alarm: Warnzeichen für einen Schlaganfall“

Ein Schlaganfall ist ein absoluter Notfall. Schwerwiegende Langzeitfolgen können nur durch eine medizinische Behandlung umgehend nach Einsetzen der Symptome vermieden werden.

Verdacht Schlaganfall – wie Sie richtig reagieren

Wählen Sie die allgemeine Notrufnummer 112, und sagen Sie „Schlaganfall“! Das ist der erste und wichtigste Schritt schon beim geringsten Verdacht. Der geschulte Mitarbeiter des Rettungsdienstes wird durch gezieltes Nachfragen die Symptome überprüfen und umgehend einen Rettungswagen zu Ihnen schicken. Wenn möglich, sollten Sie den Rettungssanitätern den Medikamentenplan des Betroffenen mitgeben. Ist Ihnen dieser nicht bekannt, können auch die Medikamentenschachteln wichtige Anhaltspunkte geben: Vorerkrankungen und bisherige Medikation sind ausschlaggebend für die Wahl der richtigen Therapie. Sollten Sie selbst kein Angehöriger sein, teilen Sie dem Rettungsdienst auch die Kontaktdaten von Angehörigen mit, alternativ können Sie einen betroffenen Angehörigen auch begleiten. So können mögliche Nachfragen mit Ihnen geklärt werden – insbesondere, wenn der Betroffene wegen des Schlaganfalls selbst keine Angaben machen kann. Außerdem wirkt bekannte Begleitung oft beruhigend auf Betroffene.

Wie erkennt man einen Schlaganfall?

Bei einer unvermittelten Störung der Sinne kann es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Schlaganfall handeln. Meistens sind davon das Sehen, die Sprache, die Beweglichkeit (Motorik), die Empfindsamkeit (Sensibilität) und das Bewusstsein betroffen. Besonders charakteristisch ist die nahezu immer vorliegende Beeinträchtigung nur einer Körperhälfte, z. B. eine linksseitige Gesichts-, Arm- oder Beinlähmung. Auch wenn nur eine Körperhälfte betroffen ist, ist die Lähmung in den verschiedenen Körperbereichen nicht unbedingt gleich stark ausgeprägt. Ein Symptom kann durchaus auch nur ein hängender Mundwinkel sein, aus dem Speichel fließt, oder eine geschwächte Hand, mit der sich etwa eine Tasse nicht mehr greifen lässt.

Transitorisch ischämische Attacke

Nicht selten kommt es bei einem ausgedehnten Schlaganfall bereits Stunden oder Tage zuvor zu leichten Symptomen, wie minimalen Lähmungserscheinungen oder einer leichten Sprachstörung – beispielsweise sind Betroffene nicht in der Lage, bestimmte Wörter auszusprechen. Ursache kann eine zu geringe Durchblutung im Gehirn sein, die als transitorisch ischämische Attacke, kurz TIA, bezeichnet wird. Lassen Sie sich bzw. eine betroffene Person bereits bei diesen ersten Schlaganfallsymptomen umgehend in ein Krankenhaus bringen. Fahren Sie nicht selbst, sondern rufen Sie den Rettungsdienst, damit dieser eingreifen kann, falls es zur Entwicklung eines kompletten Schlaganfalls kommt.

Schlaganfall-Checkliste

  • Kann die betroffene Person lächeln? Ist ihr Gesicht einseitig verzogen, kann eine halbseitige Lähmung vorliegen.
  • Kann die betroffene Person die Arme nach vorne strecken und dabei die Handinnenflächen nach oben drehen? Wenn die betroffene Person dazu nicht in der Lage ist, kann ebenfalls eine Lähmung vorliegen.
  • Kann die betroffene Person einen einfachen Satz nachsprechen? Eine verwaschene Stimme oder keine bzw. verminderte Artikulation deuten auf eine Sprachstörung durch einen Schlaganfall hin.

Bitte scheuen Sie sich nicht, auch bei nur minimalen Veränderungen im Verhalten oder Empfinden den Rettungsdienst zu rufen. Das kann schon sein, wenn Sie eine Kaffeetasse nicht mehr richtig halten können oder kurzfristige Gedächtnislücken haben oder beim Autofahren auf einmal alle Schilder auf der rechten Seite nicht mehr sehen. Bleibende Schäden können durch frühzeitige Behandlung vermieden werden. Solche vorübergehenden Lähmungserscheinungen oder transitorisch ischämische Attacken führen nämlich bei knapp einem Drittel der Betroffenen zu einem kompletten Schlaganfall und sind daher ebenso behandlungsbedürftig.
Prof. Dr. Christian Pehl