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Das Risiko von Tauchgängen reduzieren

Das Risiko von Tauchgängen reduzieren
Aktive Tauchsportler, Tauchausbilder und Ärzte trafen sich zum Symposium Tauchmedizin

Krankenhaus Landshut-Achdorf

 „Viele Tauchunfälle passieren, weil Taucher an ihre Grenzen gehen“, sagte Prof. Dr. med. Johannes Schmidt, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf beim Tauchsymposium am vergangenen Samstag. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Einsatz der Dopplertechnik zum Erkennen von Gasblasen im Blut und das Monitoring nach Sättigungstauchgängen vorgestellt, auf das Thema Tauchen und Rauchen sowie die Tauchtauglichkeitsuntersuchung eingegangen und die Reanimation beim Tauchunfall geübt.

Am vergangenen Samstag begrüßte Prof. Dr. med. Johannes Schmidt, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Klinik I am Krankenhaus Landshut-Achdorf sowie Mediziner der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin und Leiter des Symposiums rund 40 Tauchsportler, Tauchausbilder, Ärzte und Interessierte im Hörsaal des Krankenhauses Landshut-Achdorf. Unter den Anwesenden waren auch Dr. med. Harald Dietz, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Krankenhaus Landshut-Achdorf, sowie die Organisatorinnen Sabine Herde, Vizepräsidentin Ausbildung im Bayerischen Landestauchsportverband, und Karin Stempfhuber, Abteilungsleiterin Tauchen im SC53 Landshut.

Zu Beginn des Symposiums sprach Prof. Dr. Schmidt über die Einflussfaktoren auf einen Tauchunfall, beispielsweise Kälte, Hydrierung, Alter, Aufstiegsgeschwindigkeit, Tauchtechnik und Trainingsstatus und erläuterte den Zusammenhang zwischen Tauchverhalten und Tauchunfällen – dabei wurde deutlich, dass Wiederholungstauchgänge oder Tauchzeitstreckung das Risiko eines Tauchunfalls deutlich erhöhen. Anhand eines Fallbeispiels zeigte Prof. Dr. Schmidt den Verlauf eines Tauchunfalls vom Unfallhergang über die Therapie bis zur Zukunftsperspektive der verunfallten Person auf.

„Die meisten Tauchunfälle bemerkt man nach dem Tauchgang“, sagte Prof. Dr. Schmidt und erklärte in diesem Zusammenhang den Einsatz der Dopplertechnik zum Erkennen von Gasblasen im arteriellen Blut und das Monitoring nach Sättigungstauchgängen. Er betonte die Wichtigkeit der Tauchtauglichkeitsuntersuchung, da sich nur so das Risiko von Tauchgängen erheblich reduzieren lasse.

Im Rahmen des zweiten Programmpunktes sprach Prof. Dr. Schmidt über die Therapie bei Verdacht auf einen Tauchunfall und erläuterte, dass 90 Prozent der Dekompressionsunfälle innerhalb von ein bis zwei Stunden nach dem Auftauchen auftreten würden. Bei Verdacht auf einen Tauchunfall empfahl er, dem Betroffenen Sauerstoff und Flüssigkeit zu geben, ihn vor Kälte und Hitze zu schützen, ihn ausruhen zu lassen und den Verlauf genau zu beobachten und zu dokumentieren. „Bei einem Dekompressionsunfall gilt Folgendes zu bedenken: Zeit ist Hirn, Zeit ist Muskel und Zeit ist Körper“, so Prof. Dr. Schmidt. Daher sollte bei schweren Symptomen unbedingt zusätzlich zu den Erstmaßnahmen ein Notruf abgesetzt werden.

Um für den Fall gerüstet zu sein, dass eine Person nach einem Tauchgang leblos aufgefunden wird, stellte Dr. med. Harald Dietz in Theorie und Praxis den Ablauf einer Reanimation vor. Er empfahl, beim Auffinden einer leblosen Person sofort die Atmung zu prüfen und falls diese nicht vorhanden ist, umgehend mit der Herzdruckmassage zu beginnen – die Beatmung spiele in den ersten Minuten eine untergeordnete Rolle. Zugleich sollte von einer umstehenden Person der Notruf gewählt und wenn möglich ein automatisierter externer Defibrillator (AED) hinzugezogen werden. Dr. Dietz erklärte die Funktion eines AEDs und übte mit den Teilnehmern den Ablauf einer Reanimation in der Praxis. „Es ist so einfach – entscheidend ist nur, sofort damit anzufangen“, so Dr. Dietz.

Im Anschluss an die praktischen Übungen informierte Prof. Dr. Schmidt außerdem über das Thema Tauchen und Rauchen und berichtete über die Tauchtauglichkeitsuntersuchung am Krankenhaus Landshut-Achdorf. Reger Erfahrungsaustausch und interessante Gespräche zwischen Ärzten, Tauchsportlern und Tauchausbildern rundeten das Tauchsymposium ab.

Weitere Informationen zur Tauchtauglichkeitsuntersuchung am Krankenhaus Landshut-Achdorf finden Sie unter www.lakumed.de.

Prof. Dr. med. Johannes Schmidt (links) und Dr. med. Harald Dietz (rechts) informierten über verschiedene Themen rund um die Tauchmedizin.

Für den Notfall übten die rund 40 Teilnehmer unter Anleitung den Ablauf einer Reanimation.